Geheimnis der Materie

Kirchner · Heckel · Schmidt-Rottluff

Regina Freyberger, Städel Museum
296 Seiten, 219 meist farbige Abb.
30 × 24 cm, Klappenbroschur
45 €
erscheint am 21. Juni 2019

»Zurück zum Ursprung, zu den Quellen, zur Natur und zum Material«

Kaum ein Material ist mit der Kunst des deutschen Expressio­nismus stärker verbunden als Holz. Und nichts ist so sehr »Brücke« wie der Holzschnitt. Bei dieser Technik »schnitzt« der Künstler die zu druckenden Formen zunächst wie ein Relief ins Holz, sodass sich die Bildidee letztlich als Abdruck einer gleichsam bildhauerischen Tätigkeit vermittelt.
Im Schaffen der drei »Brücke«-Mitbegründer Kirchner, Heckel und Schmidt-­Rottluff nimmt der Holzschnitt eine herausragende Stellung ein. Neben Litho­grafie, Radierung und Kaltnadel war es gerade jenes drucktechnische Verfahren, dessen großes experimentelles Potenzial die Künstler für sich entdeckten. Sie erneuerten den Holzschnitt nicht nur als künstlerisches Medium, sondern leisteten mit ihm den vielleicht größten Beitrag für die Moderne.
Das Material Holz, das sie wegen der natürlichen Unebenheiten und Maserungen sowie aufgrund der unterschiedlichen Faserstruktur und Härte schätzten, war ihnen dabei immer wieder Ausgangspunkt. Im Dialog mit dem Material entstanden die ersten Holzschnitte und etwa zur selben Zeit auch die ersten Holzskulpturen, die in ihrer Bearbeitung formal und inhaltlich 
auf den Holzschnitt zurückwirkten und umgekehrt.
Das Städel Museum in Frankfurt am Main verfügt mit der Sammlung des Mäzens Carl Hagemann (1867–1940) über einen der weltweit bedeutendsten musealen Bestände an »Brücke«-Grafik. Von dieser außer­ordentlich reichen Sammlung ­ausgehend und um einige bedeutende Leih­gaben ergänzt, spürt der Katalog anhand von rund 100 ausgewählten Holzschnitten, Druckstöcken und Skulpturen den Besonderheiten der ­Technik sowie den Wechselbeziehungen zwischen den Medien und dem Material nach.

Zur Ausstellung

Vom 26. Juni bis 13. Oktober 2019 spürt das Städel Museum in einer Sonderausstellung den Wechselbeziehungen zwischen Holzschnitt und Holzplastik im Schaffen von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Erich Heckel (1883–1970) und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) nach. Den Ausgangspunkt bildet dabei das Material Holz, das wie kein anderes mit der Kunst des deutschen Expressionismus verbunden ist.
Erich Heckel · Psalm 90 (Detail) · 1905/06 · Städel Museum, Frankfurt am Main
Ernst Ludwig Kirchner · »Selbstbildnis (Melancholie der Berge)« (Detail) · 1929 · Städel Museum, Frankfurt am Main
Karl Schmidt-Rottluff · »Drei am Tisch« (Detail) · 1914 · Städel Museum, Frankfurt am Main
Ernst Ludwig Kirchner · »Traurige Frau« (Detail) · 1921 · Städel Museum, Frankfurt am Main
Erich Heckel · »Stehendes Kind« (Detail) · 1911 · Städel Museum, Frankfurt am Main
Karl Schmidt-Rottluff · »Köpfe I« (Detail) · 1911 · Städel Museum, Frankfurt am Main

Fragen zum Buch? Rezensionsexemplar gewünscht?

Meike Griese-Storck

Meike Griese-StorckMarketing Verlag